Simulierte mündliche Staatsprüfung Strafrecht vom 27.5.2015

(Sachverhalt aus BGH 4 StR 607/14 v. 23.4.2015)

T1 und T2 folgten, dem gemeinsamen Tatplan entsprechend, mit einem PKW dem vom N, am Flughafen Frankfurt am Main mit Produkten der Firma O beladenen LKW auf die Bundesautobahn A 3. T1 und T2 fuhren kurz vor einem Rastplatz auf der mittleren Fahrspur der Autobahn neben den LKW. T1 betätigte die Hupe, T2 gab vom Beifahrersitz aus dem Nebenkläger durch das geöffnete Fenster per Handzeichen zu verstehen, er solle rechts herausfahren.

N nahm – wie von T1 und T2 beabsichtigt – an, dass es sich um eine Polizeistreife in Zivil handele und eine Fahrzeugkontrolle durchgeführt werden solle. Er lenkte daher den LKW auf den Rastplatz, hielt an und stellte den Motor ab. T1 brachte das von ihm geführte Fahrzeug dort ebenfalls zum Stehen. T2 ging auf die Fahrertür des LKW zu und rief: „Polizeikontrolle! Papiere bitte!“

Während N nach den Fahrzeugpapieren und Frachtunterlagen griff, streifte sich T2 eine Unterziehhaube über das Gesicht, öffnete die Fahrertür des LKW und bedrohte N mit einer nicht geladenen Pistole. Er zwang ihn, sich auf das Bett in der Kabine hinter dem Fahrersitz zu legen, wo er ihn fesselte und ihm eine Jacke über den Kopf legte.

Dann fuhr er mit dem LKW zu einem für das Umladen der Beute vorgesehenen Platz. Dort warteten die M und Z mit einem weiteren Fahrzeug, auf das die vier Beteiligten Waren im Wert von rund 450.000 Euro umluden.

 Strafbarkeit der Beteiligten?