Mündliche Prüfung am 15.1.2016

A und B spielen an einem eiskalten frühen Januarmorgen gegen 1.00 Uhr auf einem abgelegenen und unbeleuchteten Fahrradweg mit Feuerwerkskörpern herum. Dabei gehen einige Flaschen zu Bruch. Die z.T. großen Scherben bleiben auf dem Weg liegen, weil A und B keine Lust haben aufzuräumen. Beiden ist klar, dass Fahrradfahrer möglicherweise durch die Scherben fahren und zu Fall kommen könnten; sie halten das aber für eher unwahrscheinlich. Kurz nachdem A und B dem Ort mit den Scherben den Rücken zugewendet haben, kommt X mit seinem Fahrrad angefahren. Weil er ohne Licht fährt, sieht er die Scherben nicht, kommt zu Fall, schlägt mit dem Kopf auf und bleibt bewusstlos liegen. A und B haben den Unfall wahrgenommen, aber nur A hält es für möglich, dass X wegen der Scherben gestürzt ist. Jedoch ist A der Auffassung, dass er X nicht helfen müsse, weil der ohne Licht unterwegs war und deswegen selbst schuld an seinem Unfall sei. Beide verlassen den Unfallort, obwohl sie erkannt haben, dass X bewusstlos ist. Nach einigen Minuten kommt zufällig ein Passant vorbei, der ärztliche Versorgung für X organisiert, so dass dieser den Unfall ohne bleibende Schäden übersteht.

 Strafbarkeit von A und B nach dem StGB?